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Warum gehe ich so oft auf den Athos und was bringt mir die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft der Athos-Freunde?

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von unserem Mitglied Erich Diefenbach

Häufig werde ich von Freunden und Bekannten nach den Gründen meiner wiederholten Reisen zum Hl. Berg Athos gefragt. Orthodoxe verstehen es noch weniger, gehöre ich doch als Katholik nicht ihrer Glaubensrichtung an.

Zum Letzteren habe ich eine spontane Antwort. Der Athos ist offen für alle, auch wenn hier und da der eine oder andere der dortigen Mönche Nichtorthodoxen gegenüber etwas zurückhaltend eingestellt sein mag. Athos-Besuche empfinde ich als überkonfessionelle Exerzitien. Sie geben mir Raum zur Selbstfindung. Auf einsamen Athos-Wegen oder in den Gottesdiensten meiner athonitischen Gastgeber habe ich Gelegenheit, mich in aller Stille auf Dinge zu besinnen, die über dem Alltäglichen liegen. Materielle Werte treten dabei wieder mehr in den Hintergrund. Gerade auch für Menschen, die zu Gott und Religion eine geistige Distanz haben, bieten Reisen in abgeschiedene Regionen mit religiösem und spirituellem Hintergrund Gelegenheit, sich mit diesem Thema einmal ganz persönlich  auseinanderzusetzen. Auch wenn sich besonders Christen mit starker religiöser Bindung angezogen fühlen., so ist der Athos aber durchaus kein Wallfahrtsziel nur für Musterchristen.

Die spirituelle Wertung meiner Athos-Reisen ist die eine Seite. Die andere sind die Begegnungen mit den dortigen Mönchen. Ihre menschliche Wärme, ihre Tiefgläubigkeit, Demut und Bescheidenheit beeindrucken. Diese Attribute wirken als Vorbild. Auch wenn die Mönche in der Zurückgezogenheit des Athos leben und vielleicht als etwas entrückt erscheinen mögen, können uns viele von ihnen wie geistige Väter glaubwürdige Ratgeber sein. So manches aus den zahlreichen Gesprächen mit den Athosmönchen nehme ich jedes Mal mit von meinen Athos-Besuchen als geistiges Souvenir.

Der dritte Grund sind – zugegeben - mehr äußerliche Werte. Die beeindruckenden Athos-Klöster  mit ihrer sakralen Kunst und ihrer tausendjährigen Geschichte wirken anziehend. Selbst wenn man, wie ich,  bereits elf Mal dort zu Gast war, werden auch wiederholte Aufenthalte in diesen Klöstern nie zur Routine. Aber auch Besuche bei Mönchen in kleinen Siedlungen (Skiten oder Kellien) sind beliebte Anziehungspunkte mit bemerkenswerten Mönchen und nachhaltigen persönlichen Erlebnissen..

Als regelmäßiger Athos-Besucher habe ich mich im Jahre 2004 der „Gemeinschaft der Freunde des Agion Oros Athos“ angeschlossen. Was bewog mich damals, diesem Verein beizutreten?  Als ich von der Existenz dieses Vereines mit über 120 Mitgliedern aus Deutschland und auch aus dem benachbarten Ausland erfuhr, wurde ich neugierig. Als damals relativer Neuling mit bescheidenem Erfahrungsschatz in Sachen Athos wollte ich gerne wissen, mit was sich dieser Verein beschäftigt und was er mir persönlich geben könnte. Also besuchte ich zunächst als Gast eines der jährlichen Mitgliedertreffen dieses Vereins. Dort erfuhr ich mehr von dessen Zielsetzung, wie sie unter dem Titel „Verein“ in unserer homepage dargestellt ist. Nicht zuletzt der Erfahrungsaustausch anlässlich der alljährlichen Zusammenkunft mit Gleichgesinnten, am Athos Interessierten ließ mich zum Entschluss kommen, Mitglied zu werden.

Inzwischen gehöre ich dem Verein elf Jahre an. Bei den Mitgliedertreffen lernte ich viele nette Freunde kennen, mit denen ich auch außerhalb der jährlichen Zusammenkünfte per e-mail oder Telefon regelmäßigen Kontakt pflege. So frage ich Jan Paul in den Niederlanden, Winfried in Herford, Steffen in Süddeutschland, Michael in Aachen oder noch so manchen, was sie wieder auf ihrer letzten Athos-Reise erlebten, welche nützlichen Tipps sie für meine eigene Reise im kommenden Jahr hätten oder was es sonst Neues auf dem Athos gebe. Aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz konnte ich schon so manches Nützliche mitnehmen. Aber auch der menschliche Kontakt über diese praktischen Erkenntnisse hinaus ist eine Bereicherung, auf die ich nicht verzichten möchte.

Wer also am Athos interessiert ist, gerne informativ auf dem laufenden gehalten werden möchte und wem an einer Gemeinschaft mit netten Gleichgesinnten gelegen ist, dem kann ich aus eigener Erfahrung eine Mitgliedschaft in unserem Verein nur wärmstens empfehlen. Wer dennoch zögert, sollte überlegen, einmal als Gast an unserem nächsten Jahrestreffen teilzunehmen, um sich selbst ein Bild zu machen. Unser Vorsitzender, Rudi Hetzmannseder, würde sich über eine solche Gast-anmeldung ohne irgendwelche Verbindlichkeit sicher freuen. Man sollte also mit ihm in Kontakt treten.

Erich Diefenbach,

Stuttgart/Ostfildern

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