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Aufstieg auf den Berg Athos - Übernachtung in der Panaghia

Ich bin am 20.10.2021 auf den Gipfel (κορυφή in griechisch) des Athosmassives gestiegen. Das Wetter war trocken, jedoch stark bewölkt, sodass die Sicht manchmal auf 200 Meter begrenzt war.

Der Aufstieg auf den Athos ist einfach, die Wegführung bei guter Sicht klar und eindeutig, erfordert jedoch Trittsicherheit auf dem Geröll und sollte nur bei gutem Wetter erfolgen; Drei Tage zuvor waren – bei extrem schlechtem Wetter mit Regen und Sturm - von einer größeren ukrainischen Gruppe 2 Pilger einen falschen Weg gelaufen und wurden erst nach einer umfangreichen Suche - einschließlichHelikopter -  gefunden. Nicht vergessen sollte man auch, dass knapp 2.000 Höhenmeter zu überwinden sind.

Der Weg von Ag. Anna über den Stavros (das ist in 780 Metern Höhe der Kreuzungspunkt mehrerer Fußwege, dort gibt es auch einen Brunnen) bis zur Schutzhütte Panaghia hat gut 4 Stunden gedauert.

Doppelbetten in der Panaghia
Doppelbetten in der Panaghia

Die 1.500 Meter hoch gelegene Schutzhütte Panaghia ist vor einigen Jahren umfangreich renoviert worden und ist immer – trotz klemmender Tür - offen. Es gibt dort einen Schlafraum mit 10 knarrenden Doppelstockbetten, also 20 Schlafgelegenheiten. Isomatten sind vorhanden und teilweise liegen auf den Betten ältere, aber noch gut erhaltene Schlafsäcke.

Zurück gelassene Lebensmittel und Trinkwasserflaschen

Weiterhin befindet sich dort eine Kapelle sowie der Vorraum mit offenem Kamin (Holz kann in der Nähe gesammelt, bzw. geschlagen werden), Zisterne, Wasserleitung sowie einem Tisch, Töpfen und zahlreichen, zurückgelassenen Trinkwasserflaschen, Lebensmitteln und mehreren Gaskochern für Tee und Kaffee. Das Zisternenwasser ist nach Hinweisschild nicht zum Trinken gedacht. Die Wasserleitung mit Trinkwasser wurde allerdings von griechischen Mitarbeitern vom Kloster Megistis Lavras am 20.10.2021 zugedreht und wird erst wieder nächstes Frühjahr geöffnet. Wenn der Bettenraum voll ist, schlafen die Pilger im Vorraum. Es kann also sehr, sehr eng werden.

Toiletten auf der Panaghia

Die Müllhalde liegt  – gut versteckt – ca. 75 Meter von der Schutzhütte entfernt. Die beiden Toiletten entsprechen weder deutschem noch griechischem Standard und sind nur für den Notfall gedacht (Plumsklos ins Nirgendwo).

Es sind überwiegend oft größere, häufig auch sehr laute, russische Pilgergruppen, die auf den Berg steigen. Am nächsten Morgen wird die Hütte aber gut aufgeräumt verlassen.

Wenn man früh in der Panaghia ankommt, ist es kein Problem, einen Schlafplatz zu finden.

Angeblich soll es einen Mönch geben, der die Hütte bewirtschaftet, jedoch war im Oktober ein solcher „Hüttenwart“ nicht zu sehen.

Ich bin anschließend mit 3 anderen Pilgern den Weg auf den Gipfel gelaufen. Der Aufstieg von 1.500 Metern auf 2.033 Meter zur Gipfelkapelle war zwar anstrengend, stellte aber kein Problem dar. Auf dem Gipfel befindet sich neben dem Gipfelkreuz die neu errichtete Kapelle Metamorphosis und eine größere Terrasse, alles mit sehr viel Beton gebaut, sodass die Romantik der alten Kapelle, in der man früher noch übernachten konnte, verloren gegangen ist. Oben trafen wir noch einen russischen Mönch, der mit Kapelle und Gipfelkreuz im Untergrund einen Film für youtube drehte.

Eine Übernachtung in der neuen Gipfelkapelle Metamorphosis ist nicht möglich; den Schlüssel hierzu erhalten -anscheinend vom Gästehaus beim Kyriakon in Ag. Anna - oft größere, russische Pilgergruppen, die noch sehr früh in der Dunkelheit aufsteigen, um in der Morgendämmerung einen Gottesdienst auf dem Gipfel zu feiern.

Eine Übernachtung im überdachten, somit weitgehend von Regen geschützten Vorraum der Gipfelkapelle ist möglich, aber es kann sehr windig und kalt werden und man muss auf dem Betonboden schlafen.

Der Abstieg – immer mit Blick auf die Panaghia – war einfach, erforderte aber wegen des Gerölls viel Konzentration und Aufmerksamkeit. Auf – und Abstieg von der Panaghia haben bei der Differenz von 500 Höhenmetern jeweils eine gute Stunde gedauert.

Ich habe dann, zusammen mit 30 Russen, in der Schutzhütte übernachtet und bei offenem Kaminfeuer entstand für mich fast das Gefühl einer Hüttenromantik.

Am nächsten Morgen bin ich dann wieder von der Panaghia über den Stavros nach Ag. Anna gelaufen und brauchte hierfür 3 Stunden.

Was muss ich für den Aufstieg auf den Gipfel mitnehmen?

Ein Daunenschlafsack empfiehlt sich, auch wenn die Hütte mit Kaminfeuer beheizt wird und ältere, benutzte Schlafsäcke vorhanden sind. Lebensmittel sind oft vorhanden, jedoch kann man eventuell auch alleine in der Schutzhütte sein. Da die Zisterne kein Trinkwasser hat und die Wasserleitung ab Ende Oktober abgestellt wird, ist ausreichend Trinkwasser notwendig. Es kann sehr kalt werden (Oktober 2021 hat es allerdings noch nicht gefroren), sodass warme Sachen erforderlich sind. Für Gaskocher und Kerzen sind Streichhölzer mitzubringen.
Wanderstöcke sind wegen des Gerölls unbedingt erforderlich!

Maultiere mieten?

Maultiere können in Ag. Anna gemietet werden und bringen Pilger, aber auch Gepäck auf die Panaghia. Die Kosten für ein Maultier sind Verhandlungssache, liegen jedoch im dreistelligen Eurobereich.

Ältere Berichte zur Panaghia sowie zum Aufstieg auf den Gipfel des Athos:
Die letzte Mitteilung erreichte uns von Herrn Jörg Hansner am 27.9.2020, der nachfolgend schrieb:
"Panagia: Der Bau befindet sich außen wie innen in einem guten Zustand. Lediglich im Schlafraum blättert etwas Putz von den Wänden. Der Kamin ist funktionsfähig. Müll ist weder in der Panagia (außer in einem Müllsack) noch im näheren Umfeld zu finden. Im Schlafraum stehen 11 ältere Doppelbetten zur Verfügung. Auf den durchgelegenen Rosten aus Metall fehlten tlw. die Matratzen (1/5 fehlten). Die Matratzen selbst sind durchgelegen und haben zahlreiche Flecken. Bettwanzen sind aber meiner Meinung nach nicht (mehr) vorhanden.
Ca. 70 Meter entfernt wurden 2 Toiletten errichtet (Plumpsklos ins Nirgendwo). Sie sind erstaunlich sauber und nutzbar.
Zusammenfassend sind die hygienischen Verhältnisse keinesfalls katastrophal; vielmehr war ich sehr positiv überrascht.
Gipfelkapelle: Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, alles befindet sich in tadellosem Zustand. Sämtliche Räume waren verschlossen."

Am 20. Juni 2016 hat uns Herr Lutz Folgendes mitgeteilt:
"Zustand der Kapelle auf dem Berggipfel (Metamorphosis):
Der Rohbau der Kapelle scheint fertig zu sein. Die Glocken sind noch nicht aufgehängt, das Gipfelkreuz ist nur provisorisch befestigt. Baumaschinen wie Generator, Betonmischer oder Steinschneider stehen herum. Wir treffen zwei Arbeiter, die pausieren. Von zwei Deutschen, die in der Kapelle übernachtet haben, hören wir später in Megistis Lavra, dass sie den Vorraum verlassen mussten, da um 3.00 Uhr ein Gottesdienst stattfand. 

Zustand der Panaghia:
Positiv: Es gibt mehrere Gaskocher mit denen man das Wasser aus der Zisterne abkochen kann bzw. Tee zubereiten kann. Es stehen einige Tassen und Becher zur allgemeinen Verfügung. Im Schafraum sind 10 Stockwerkbetten aus Metall, also 20 Schlafgelegenheiten, auf denen je 2-3 Isomatten liegen.  Auf einigen Betten sind unterschiedliche Schlafsäcke klein und groß dünn oder dicker. Ob diese Ausstattung bewusst so hergestellt wurde oder es sich um zufällige Hinterlassenschaften von Besuchern handelt, konnte ich nicht feststellen.  Leider knarzt das Metallgeflecht der Betten dermaßen, dass man beim eigenen Umdrehen und dem anderer häufig  aufwacht.
Negativ: Die Müllsituation allgemein und die Toiletten im Besonderen. Die gebauten Toiletten sind total verdreckt und absolut unbenutzbar. Im Essraum lassen einige Pilger Essensreste und Verpackungen stehen. Ist das gut gemeint, dass andere sich bedienen können oder Nachlässigkeit? Für uns, die wir nicht die griechischen, russischen oder moldawischen Verpackungen lesen können, sieht es mehr nach liegengebliebenem Müll aus. Neu Ankommende müssen erst mal aufräumen oder den eigenen Abfall noch dazu stellen."

Ein anderer Athosbesucher teilte uns Juli 2015 mit: "Auf dem Gipfel kann man z. Z. überhaupt nicht übernachten. Die Kapelle wird durch einen kleinen dreischiffigen Kirchenbau ersetzt. Das gesamte Gipfelplateau wird umgestaltet und erweitert. Auf 1500 m ist in dem Übernachtungsraum der Kapelle Panaghia ganz gut zu übernachten (außer, dass die Eisenbetten unglaublich laute Geräusche bei jeder Bewegung machen: Ohropax!). Ich schlief dort mit 16 anderen... Die Panghia wird von einem Mönch bewirtschaftet. Er wirkt nicht so, ist aber gastfreundlich. Kommunikation außer in russisch (und griechisch?) ist kaum möglich."

Herr Adolf Winkler hat uns am 19. Juni 2015 mitgeteilt, dass es wieder möglich ist, in der Panaghia zu übernachten. Es befänden sich dort ca. 20 Übernachtungsplätze mit Doppelstockbetten. Er habe dort viele russische Pilger angetroffen. Insofern ist eine Gipfelbesteigung wieder problemlos möglich.

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Kommentar von Javier Albizuri |

Hallo, Freunde des Athos!
Im Monat Oktober 2011 war ich mit einem Freund nach einer Übernachtung in Panaghia auf dem Gipfel des Athos. Der Zustand des Ortes war nicht viel anders als was spätere Kommentare berichten. Ich habe seitdem die Absicht, Athos wieder zu besuchen und drei Tage beim Aufräumen und Ordnen in Panaghia zu verbringen.
Gott segne weiterhin einen so einmaligen Ort!

Antwort von Michael Ringer

Bravo!
Hast Du das mit dem Kloster Megistes Lavra, das ja für die Panaghia zuständig ist, abgesprochen?

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