Hier finden Sie aktuelle Informationen über den Berg Athos und unseren Verein

Reisen zum Athos unter erschwerten Bedingungen wieder möglich

Die Koronaepidemie wütet weiterhin in der Möchsrepublik Berg Athos. Ca. 25% der Mönche (genaue Zahlen hierzu sind nicht bekannt) sind geimpft, der Rest hat Covid-19 bereits gehabt, bzw. wird bald daran erkrankt sein. Zahlreiche Mönche hatten einen sehr schweren Verlauf der Infektion und mussten in Thessaloniki oder Athen stationär behandelt und für längere Zeit beatmet werden. Nach Mitteilung von Bartholomaius, Abt des neuen Klosters Esfigmenu, sind bisher ca. 40 Mönche an Covid-19 verstorben.

Ein Großteil der Mönche lehnt, trotz der vielen Krankheitsfälle und verstorbener Mönche, weiterhin die Impfung grundsätzlich ab. Die Gedanken, die dahinter stehen, würden bei uns als Verschwörungstheorien eingestuft werden. Das Corona-Virus wird oft für harmlos gehalten ("stoppt an der Kirchentür"), bzw. als Strafe für Sünder erklärt. Masken werden, bis auf den Fähren, in 99% der Fälle nicht getragen. So die Antwort eines Mönchs zu einem Pilger, der eine Maske trug, man täte dies auf dem Karneval, nicht aber auf dem Athos. Auch wird die Kommunion wie in früheren Zeiten gegeben.

Anderseits gibt es auch Kellia oder Klöster, die eine Impfung zur Voraussetzung für einen Besuch verlangen.

Weitere Informationen über griechische Impfgegner auf dem Berg können einem Artikel der griechischen Zeitschrift Makedonia tis Kyriakis vom 09.01.2022 entnommen werden

Die Einstellung der Athosmönche unterscheidet sich auch von der griechischen, orthodoxen Kirche. Letztere stuft die Impfung als ein Geschenk Gottes ein.

Für ungeimpfte Besucher oder Pilger ist das Infektionsrisiko daher als sehr hoch einzuschätzen.

Die Formalitäten zur Beantragung der Aufenthaltserlaubnis (Diamonitirion) in Zeiten von Corona.
Seit Mai 2021 braucht man zur Einreise das Ειδικόν Διαμονητήριον, was auf Deutsch „Auf einen ganz genau bestimmten Aufenthaltsort ausgestellte Aufenthaltsberechtigung“ bedeutet. Man darf also nicht an einem anderen Ort übernachten. Es gilt für vier Tage (drei Übernachtungen).

Nur dieses Kloster, das die Einladung erteilt hat, darf besucht werden; eine Weiterreise zu anderen Orten auf dem Agion Oros ist nicht erlaubt. Eine Rundreise ist somit (formal) nicht möglich. In der Praxis wird aber von den meisten Kellien kein Diamonitirion verlangt, bzw. werden diese strengen Vorgaben nicht eingehalten.

Erschwerend ist allerdings, dass zuletzt Ende Oktober mehrere der großen Klöster (Megistis Lavras seit Wochen, Vatopaidiou, Pantokratoros, Xenofontos, Esphigmenou, Skiti Profiti Elia) wegen Quarantäre komplett geschlossen hatten. Die Schließungen ändern sich ständig, sodass die Planung der Reise erschwert ist und häufig improvisiert werden muss.

Das Pilgerbüro in Thessaloniki erteilt weiterhin kein Diamonitirion (Visum). Die Anmeldung ist somit nur auf Einladung eines Klosters/Skite oder Kellion möglich.

Wie bekommt man dieses Diamonitirion? Man sucht sich eines der Klöster oder Skiten aus und bittet am besten per Mail um ein Diamonitirion unter Angabe des gewünschten Einreisedatum, der Namen, Berufe und Konfession der Reisenden, fügt gut lesbare Kopien deren Ausweise oder Pässe bei. Die Zu- oder Absage lässt meist nicht lange auf sich warten. Das eigentliche Papier-Diamonitirion bekommt man, wie bisher auch, vom Pilgerbüro in Ouranoupoli erst am Tag der Einreise gegen Bezahlung ausgehändigt. Voraussetzung ist, auch für Geimpfte, ein frischer Corona-Schnelltest, der in Ouranoupoli gleich neben dem Pilgerbüro kostenfrei vorgenommen wird (an einigen Tagen schon ab 05:30 Uhr, jedoch immer vor Abfahrt der ersten Fähre). Das Test-Ergebnis muss sowohl im Pilgerbüro als auch auf der Fähre vorgezeigt werden.

Eine Verlängerung des Ειδικόν Διαμονητήριον, also des für ein bestimmtes Kloster ausgegebenen Visums, ist durch die Epistasia nicht möglich.

Wir bitten Reisende, die neue Informationen haben, bzw. auf den Heiligen Berg eingereist sind, dies zu berichten und uns ihre Erfahrungen mitzuteilen.

 

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Kommentar von Jörg Hansner |

Ich habe vom 19.09-21.09.2020 die Mönchsrepublik Athos besucht und dabei auch den Berg Athos bestiegen. Gerne berichte ich von meinen Erfahrungen:

Zur Panagia:
Der Bau befindet sich außen wie innen in einem guten Zustand. Lediglich im Schlafraum blättert etwas Putz von den Wänden. Der Kamin ist funktionsfähig. Müll ist weder in der Panagia (außer in einem Müllsack) noch im näheren Umfeld zu finden.
Im Schlafraum stehen 11 ältere Doppelbetten zur Verfügung. Auf den durchgelegenen Rosten aus Metall fehlten tlw. die Matratzen (1/5 fehlten). Die Matratzen selbst sind durchgelegen und haben zahlreiche Flecken. Bettwanzen sind aber meiner Meinung nach nicht (mehr) vorhanden.
Ca. 70 Meter entfernt wurden 2 Toiletten errichtet (Plumpsklos ins Nirgendwo). Sie sind erstaunlich sauber und nutzbar.
Zusammenfassend sind die hygienischen Verhältnisse keinesfalls katastrophal; vielmehr war ich sehr positiv überrascht.

Gipfelkapelle
Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, alles befindet sich in tadellosem Zustand. Sämtliche Räume waren verschlossen.
Falls Sie noch Fragen haben sollten, können Sie mich gerne nochmal kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Hansner
Ostvöhde 12
59457 Werl

Antwort von Michael Ringer

Danke für die Informationen! Gut, dass die sanitären Verhältnisse derzeit doch besser sind als es einige Besucher zuvor beschrieben! Schade, dass eine Übernachtung in der Gipfelkapelle nicht mehr möglich ist.

Kommentar von Günter Fees |

nachdem man einen tag vor anreise die skite
prof. ilia in quarantäne schickte, für die wir unser diamonitirion aus pandokratoros hatten
beratschlagten dr. ringer, dr. hofmann-reh und ich in ouranoupolis am 23.10. was wir
tun können. wir beschlossen mit dem
bewilligten diamonitirion, das wir am 24.10.
nach negativem schnelltest im pilgerbüro
ausgehändigt bekamen einzureisen. herr
ringer und herr hofmann-reh fuhren bis
dafni und mit dem taxi in das kellion axion
estin, während ich in giovantsa ausstieg
und nach chilandar wanderte. da esfigmenou in quarantäne war, bekam ich
ohne probleme einen schlafplatz in chilandar. am nächsten tag zurück und mit
dem schiff nach dafni, wo mich michael und
klaus bereits erwarteten. fahrt nach grigoriou und 4-stündige wanderung nach
nea skiti, wo wir dank michael ringers guter
kontakte einen schlafplatz bei vater gabriel
bekamen. am nächsten tag wanderung nach
agia anna. auch hier konnten wir durch die
persönlichen kenntnisse aus den vorherigen reisen von michael ringer übernachten.
während ich aus flugtechnischen gründen
am mittwoch ausgereist bin, blieben michael und klaus noch mehrere tage auf
dem berg. wir wurden nirgendwo nach
unserem diamonitirion gefragt und konnten
uns frei bewegen. es befinden sich aber
viele klöster in quarantäne (megisti lavra,
xenofondos, esfigmenou). die pilgerströme
vor allem vom balkan, russland und der
ukraine sind jedoch sehr groß. vielen dank
an dr. michael Ringer und dr. Hofmann-Reh
für die großartige unterstützung, daß ich
zwar nicht zur geplanten olivenernte in die
skiti prof. ilias durfte, aber somit meine
dritte pilgerreise durchführen konnte.

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